Metatektischer Cordierit-Sillimanit-Gneis

Verbreitung:

Metatektischer Cordierit-Sillimanit-Gneis hat sein Hauptverbreitungsgebiet nördlich der Pfahlstörung und der Rundinger Zone und bildet ein zusammenhängendes Areal von Grainet und Philippsreut bis über Cham hinaus. Rachel und Arber sind aus Cordierit-Sillimanit-Gneis aufgebaut. 

 

Eigenschaften:

Metatektischer Cordierit-Sillimanit-Gneis bzw. Metatektischer Cordierit-Sillimanit-Kalifeldspat-Gneis ist ein dunkelgraues Gestein, oft von hellen Schlieren (Leukosomen) durchzogen. Auch Bänderung und Faltung sind zu beobachten. Cordieritgneis führt oft auch Granat. 

Das im Cordieritgneis enthaltene Gold reicherte sich in den Flüssen in Goldseifen an, aus denen die Goldflinserl (Flitter) dann ausgewaschen, "geseifnet" wurden. An die mittelalterliche Goldgewinnung erinnern heute noch die sogenannten Grüben. Schwerpunkte des Goldwaschens im Bayerischen Wald lagen am Regen und an der Großen Ohe unterhalb des Rachels.

Tipp! Die Skulpturen von Heinz Theuerjahr in der "Arche" in Waldhäuser entführen den Betrachter in die Savannen Afrikas. Unbedingt einen Besuch wert!

Informationen unter www.arche.theuerjahr.com

Dunkler Schwermineralsand aus dem Bachsediment der Großen Ohe
Dunkler Schwermineralsand aus dem Bachsediment der Großen Ohe

Gneis löst sich bei der Verwitterung in helle Quarz- und Feldspatkörner und glänzende Glimmerschuppen auf. Daneben, allerdings in viel geringerem Umfang, auch in Schwerminerale, die sich zwischen den Bachgeröllen sammeln: Gold, Magnetit, Ilmenit, Granat, Zirkon und Monazit.

Die Detailaufnahme zeigt Schwerminerale im Cordieritgneis: schwarz: Magnetit und Ilmenit, rot oder rosa: Granat, gelb: Monazit. Weiß durchscheinend sind die noch nicht völlig ausgewaschenen Quarzkristalle. In diesem Konzentrat fehlen leider die Goldflinserl!

Seit dem Mittelalter wurde vor allem an Zuflüssen des Großen Regens und an der Großen Ohe im Rachelgebiet Gold gewaschen. Zahlreiche Seifenhügel und Grübenfelder sowie Orts- und Flurnamen (Goldquelle, Grüben, Goldgrubenhäng) erinnern an die ehemalige Goldgewinnung. Zur Geschichte der Goldgewinnung im Bayerischen Wald siehe MARTINEK/LEHRBERGER! (32)

Tipp! An der Großen Ohe bei Riedlhütte ist ein Goldwaschplatz eingerichtet. Informationen unter

http://www.sankt-oswald-riedlhuette.com/tourismus/goldwaschen.html 

 

Fotos "Beim Goldwaschen"

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