Der Vordere Bayerische Wald verläuft parallel zur Pfahlsenke im Norden und zum Donaurandbruch im Süden. Von der Donau aus erscheinen die Berge des auch als "Vorwald" bezeichneten Gebirgszuges recht imposant. Höchste Erhebung im Unteren Wald ist der Brotjacklriegel (eigentlich Breiter Jägerriegel) mit 1011 m. Der Fernsehturm auf seinem Gipfel macht den Brotjacklriegel unverwechselbar. Vom Aussichtsturm aus kann man den gesamten unteren Bayerischen Wald überblicken!

Der Vordere Bayerische Wald ist aus Diatexiten, Gneisen und Graniten aufgebaut. Im Osten vorgelagert ist ihm ein großer Intrusivkörper, der Fürstensteiner Pluton. Im Rahmen der geologischen Forschungen von Hans CLOOS 1922/23 hat Hermann SCHOLTZ das Saldenburger Granitmassiv und seine Umgebung untersucht. Eine weitere Bearbeitung erfuhr das Fürstensteiner Intrusivgebiet 1964 durch Georg TROLL (7).

Im Süden bedecken die Sedimente der Hengersberger Tertiärbucht die Diatexite und Gneise. In ihrem äußersten Südosten beginnt der Aicha-Halser-Nebenpfahl. Südlich dieser Linie bis zur Donau bildet Perlgneis den Untergrund.

Die Donaustörung verläuft parallel zum Pfahl und markiert im Wesentlichen die Grenzlinie zwischen Bayerischem Wald und Tertiärem Hügelland. Die Hauptverwerfung erstreckt sich als Donaurandbruch von Regensburg bis Winzer, setzt sich im Aicha-Halser-Nebenpfahl fort bis Passau und zieht als Donauleiten-Störung weiter nach Österreich.

An dieser Störung ist das Grundgebirge nördlich davon angehoben worden. Der Höhenunterschied zum Untergrund des von tertiären und quartären Sedimenten bedeckten Vorlandes beträgt über 1.300 m. Das Grundgebirge setzt sich im Untergrund fort und tritt z.B. im Schwarzwald wieder zutage.

Die Donau folgt ab Regensburg dem Südrand der Böhmischen Masse. Bei Pleinting tritt sie in das Grundgebirge ein und bildet bis ins Linzer Becken ein tief eingeschnittenes antezedentes Durchbruchstal. Die Gesamteintiefung beträgt über 200 m. Noch im Pliozän floss die Donau ab Hengersberg nicht in ihrem heutigen Tal, sondern nördlich davon nach Passau. (Zur Frage Tal-Epigenese oder Antezedenz siehe EITEL (44), S. 30)

12 | 3 4