Obwohl die Ilztalsenke nicht von allen Autoren als eigenständige naturgeographische Raumeinheit ausgewiesen wird (28), soll sie hier als solche behandelt werden. Die Ilztalsenke wird  von großen Granitplutonen gesäumt, nämlich dem Hauzenberger Granitpluton im Osten und dem Fürstensteiner Pluton im Westen. Zwischen den beiden Granitmassiven treten immer wieder kleinere Granitvorkommen und Ganggranite zutage.

"Das heutige Oberflächenbild des Ilzgebietes entspricht der verschiedenen Verwitterung des Gneisgranits und der eingeschalteten feinkörnigen Intrusivgesteinskörper. Der Gneisgranit, gewissermaßen die Füllmasse des Grundgebirges, verwittert infolge der unzähligen Schieferschollen so tief hinab, daß auf weite Entfernungen hin anstehendes Gestein fehlt oder doch überaus selten ist (z. B. im Gebiet zwischen Hutthurm, Straßkirchen und Fischhaus). Daher liegt auch das Gneisgranitgebiet topographisch tiefer als die harten Nachbargesteine im NW, N und O. Die Hunderte feinkörniger Granitkörper dagegen leisten der Verwitterung größeren Widerstand, halten das Nebengestein ihrer Umgebung mit hoch und bilden jetzt die Gipfel der meisten höheren Berge (z. B. Büchlberg, Dachsberg, Lenzingerberg, Hochholz, Ebenackerberg nördlich Haus, Schloßberg bei Hohenwart, Höhe 439 östlich Feuerschwend, Steinhof, Höhe 434 an der Ilz, Höhe 464 nördlich der Schrottenbaummühle usw.). Nur an ganz wenigen Stellen (Kringell, Granit-Dioritbruch westlich der Stemplmühle, Schlott bei Straßkirchen, Möging) ist auch der Granit oberflächlich vergrust." (43)

Die Ilz und ihre Zuflüsse haben sich tief in die Diatexite zwischen Pfahl und Donau eingeschnitten. Von den im Neogen ausgeräumten Deckschichten der Alpenmolasse zeugen heute kleinere Restauflagen von Tertiär, i. W. Wechselfolgen aus Kies, Sand und Ton. Erdgeschichtlich ist es das Abtragungsgebiet eines pendelnden Flusssystems, das ursprünglich wohl auch die Erlau umfasst hat.

Mit ihren Untersuchungen haben Hans CLOOS und seine Schüler den Nachweis erbracht, dass es sich beim Hauzenberger Pluton und beim Fürstensteiner Pluton um zwei unterschiedliche Intrusivkörper handelt, die im Untergrund der Ilztalsenke nicht zusammenhängen.

An die Zeit der Perlfischerei in der Ilz erinnert die alte Hinweistafel bei der Triftsperre. Schon in der Schedelschen Weltchronik 1493 wird bei der Beschreibung Passaus auf die Perlfischerei in der Ilz verwiesen: "... bey den wassern da die Thonaw und die ylz (die auch berlein tregt) zusamen rynnen." (30) Perlfischerei wurde in der Ilz seit der ersten Hälfte des 15. Jhds. betrieben und erlangte im 17. Jhd. eine hohe Bedeutung. Empfehlenswert die Artikel "Ilzer Perlen" von R. SCHAFFNER, "Die Flussperlmuschel" von T. NIENHAUS und "Der letzte Ilzer Perlfischer" von P. KASTNER (31). 

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