Die Pfahlsenke grenzt den Hinteren Bayerischen Wald vom Passauer Abteiland und von der Wegscheider Hochfläche ab. Die zerscherten Gesteine des Pfahls wurden ausgeräumt und bilden heute von Neureichenau bis ins Mühlviertel die weite Talung der Michel/Großen Mühl. Der Regen folgt ebenfalls der Pfahlsenke, allerdings in entgegengesetzter Richtung. Die anderen Flüsse werden durch den Pfahl von ihrem einst konsequent angelegten Lauf nicht abgelenkt.

Vom Steinernen Meer aus hat man einen schönen Ausblick über das weite Tal der Michel.

Das Passauer Abteiland und die Wegscheider Hochfläche umfassen das Gebiet südlich der Pfahlsenke bis zur Donau. Im östlichen Teil steigt das Gelände vom Tal der Michel wieder an und erreicht Höhen zwischen 700 und 900 m: Höpflberg bei Breitenberg 727 m, Sonnen 831 m, Oberfrauenwald 948 m. Die Jahresniederschläge steigen auf Werte von 1300 mm an. Geologisch ist der Frauenwaldkamm aus Graniten aufgebaut, nördlich und südlich stehen Gneise an. Das Hauzenberger Granitmassiv ist die Basis für traditionsreiche Steinbrüche. Über Geschichte und Bedeutung des Granitabbaus im Raum Hauzenberg informiert das Granitmuseum Hauzenberg. Der markante Kegel des Staffelberges ist übrigens nicht aus Granit, sondern aus Paragneis aufgebaut.

Südlich des Frauenwaldes erstreckt sich ein Hügelland mit Höhen von 500 - 600 m, das überwiegend für die Grünlandwirtschaft genutzt wird. Die südliche Begrenzung bildet das tief in das Grundgebirge eingeschnittene Donautal mit seinem speziellen Mikroklima, das für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren ein einzigartiges Refugium darstellt. Das Haus am Strom beim Kraftwerk Jochenstein bietet Ausstellungen und Führungen an.

Passauer Abteiland und Wegscheider Hochfläche setzen sich im wesentlichen aus fünf geologischen Einheiten zusammen: Unmittelbar südlich an die Pfahllinie schließt sich ein mehr als 3 km breites Band von dunklen Diatexiten der Palitgruppe an, das sich von Vorderfreundorf bis über Kirchberg im Wald hinaus verfolgen lässt. Ein 2 bis 3 km breites Vorkommen von Schlierengranit, der einen großen Teil des südlichen Mühlviertels einnimmt, erstreckt sich entlang der Grenze nach Österreich. Westlich schließen sich die Gesteine der "bunten Serie" an, hauptsächlich Paragneise des Kropfmühl-Donauleiten-Komplexes. Der Hauzenberger Pluton aus fein- und mittelkörnigem Granit wird umrahmt von "Perlgneis", einem metablastischen bis metatektischen Paragneis, der sich bis an die Donau fortsetzt.

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